Die Jagd

Der Beagle, ein Jagdhund !

Der Beagle ist eine der ältesten Jagdhunderassen und wird in England seit 500 Jahren in Reinzucht speziell für die Meutenjagd auf den Hasen gezüchtet. Er gehört zu der Familie der Bracken.

Die ursprüngliche Aufgabe der Bracken war die Parforcejagd in der Meute auf ein Stück Wild, bis es sich stellte oder zurückgebracht (gewendet) wurde. Die Meute wurde zum Suchen der Spur eines Morgens zu Holze gerückten Hasen losgeschickt und sobald ein Hund eine Spur aufgenommen hatte, zeigte er das durch anhaltenden Spurlaut an.

Die restlichen Hunde der Meute folgten ihm und fielen in den Laut mit ein. Ab diesem Zeitpunkt jagte die Meute nur noch an diesem einen Hasen. Da die Hasenspur sehr flüchtig ist, und die Duftwolke nur kurze Zeit in der Spur steht, mußten die Hunde eine sehr feine Nase besitzen, um die Spur zu halten.

Entweder schaffte es die Meute, den Hasen zu wenden,

und er wurde erlegt, oder er wurde nach langer Zeit so müde und langsam, dass die Meute ihn greifen konnte. In Deutschland und der Schweiz ist die Parforcejagd aus ethischen Gründen verboten.

Neue Methoden in der Bewirtschaftung und der Bejagung der Schalenwildbestände in letzter Zeit geben dem Einsatz des Beagles neue Möglichkeiten. Zum Brackieren werden Hunde mit feinster Nase, enormen Spurwillen und lockerem Spurlaut benötigt. Hierbei handelt es sich nicht um eine Hetzjagd, da sie dem Wild mit tiefer Nase folgen. Durch seine feine Nase ist der Beagle beispielsweise auch im Bereich der Nachsuche einsetzbar.

Der Beagle ist unter den heute vorhandenen Bedingungen durchaus als kleiner vielseitiger Jagdgebrauchshund einsetzbar. Durch sein äußeres Erscheinungsbild, seine kleine kompakte Form und sein soziales, ruhiges und ausgeglichenes Wesen eignet er sich hervorragend für den Jäger mit wenig Platzangebot.

Bedingt durch seine Zucht braucht der Beagle einen sehr engen Kontakt zu seinem Führer, der ihm seine Meutengenossen ersetzt. Den Hund allein in einem Zwinger zu halten ist das Schlimmste, was man ihm antun kann. Dies ist einer der wichtigsten Gründe für seine Haltung im Haus. Auch ist er durch sein kurzes Haar sehr pflegeleicht, wofür auch seine Körpergröße sowie sein Wesen sprechen.

 

 

Durch seine Größe und seine allgemeine Führigkeit ist der Beagle ein idealer, problemloser Begleiter, auch außerhalb der Jagd. Zur Pirsch und auf den Ansitz kann er aufgrund seines sehr guten Gehorsams bedenkenlos mitgenommen werden, wenn er durch die Ausbildung darauf vorbereitet wird.

Die Stärken des Beagle im Jagdgebrauch liegen zweifelsohne im Stöbern und in der Schweißarbeit.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Stöberjagden im kleinen Kreis mit wenigen Schützen oder groß angelegte Ansitzdrückjagden handelt. Auch die Wildarten haben keinen Einfluß auf die Leistung des Beagles, wobei jeder Hund, was auch bei den anderen Rassen vorkommt, eine Wildart besonders gerne jagt.

Generell wird der Beagle mit allen in seinem Einsatzbereich vorkommenden Wildarten, die er durch die Einarbeitung schon kennt, problemlos arbeiten. Durch seine geringe Größe und die brackentypische Arbeit mit tiefer Nase folgt er dem Wild recht langsam. Das ist ein erheblicher Vorteil vor anderen, hochläufigeren Hunderassen, da das Wild vor dem langsamen, lauten Hund langsam vor die Schützen kommt und dadurch sicherer angesprochen werden kann. Auch die Abgabe eines Schusses kann besser kontrolliert werden. Durch seinen sicheren Spurlaut weiß der Jäger, wo sich der jagende Hund befindet.

Stumm jagende Hunde beunruhigen die ganze Dickung, da das Wild nicht weiß, was passiert. Außerdem kommt das Wild vor diesen meist höchstflüchtig und kann weder sicher angesprochen noch waidgerecht beschossen werden.

Bei großen schnellen Hunden besteht zudem die Gefahr, dass sie Rehwild einholen und reißen. Durch die dem Beagle fast völlig fehlende Wildschärfe besteht hier die Gefahr nicht. Seine Größe und Arbeitsweise machen es ihm fast unmöglich, ein gesundes Reh zu stellen. Dies sind Ausnahmefälle, die zum Beispiel in einem Gatter eintreten können, wenn ein Stück in die Enge getrieben wird.

Die fehlende Wildschärfe hat aber auch den Vorteil, dass Verletzungen durch wehrhaftes Wild wie Sauen fast ausgeschlossen sind. Erwähnt muß noch werden, dass beim Einsatz vieler Hunde die Gefahr der Vermeutung besteht. Aber das ist auch von anderen Hunderassen bekannt.

 

Seine herausragende Nase und der geringe Bodenabstand sowie sein enormer Arbeitswille prädestinieren ihn, ähnlich wie die Teckel, zur Schweißarbeit. In den Bereichen Apport und Wasserarbeit müssen beim Beagle Abstriche gemacht werden. Das sind jedoch auch nicht brackentypische Aufgaben, so dass sie bei der Zucht auch nie berücksichtigt wurden.
Im Bereich der Einzeljagd, wo ein anderer, sicherer Apportierhund fehlt, ist der Beagle bei entsprechender Ausbildung sehr wohl in der Lage, diese Arbeit zu verrichten.

Die Wasserarbeit und insbesondere das Stöbern im Schilf bedeutet schon für viele große Hunde, zu deren Aufgabenbereich dies ohne Frage gehört, eine große Kraftanstrengung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich hierin auch der kleine Beagle schwer tut. Sind andere, besser geeignete Hunde vorhanden, sollte ihnen der Vorrang gegeben werden. Dennoch ist der Beagle in der Lage, eine Ente aus tiefem Wasser zu bringen. Dies ist in Revieren, wo gelegentlich im Rahmen der Einzeljagd eine Ente geschossen wird, auch völlig ausreichend.

Die Jagd hat sich in letzter Zeit verstärkt mit den Änderungen in der Land- und Forstwirtschaft sowie mit Änderungen in der Bewirtschaftung der Schalenwildbestände auseinander zu setzen.

Das führte zu vielen Veränderungen im Jagdbetrieb, nicht zuletzt auch in der Ausbildung der Jagdhunde. Auch die Möglichkeiten, sich einen Jagdhund zu halten, haben sich grundlegend geändert und so mancher Hundeführer muß aus mangelndem Platzangebot auf einen kleineren, vielseitig einsetzbaren Hund zurückgreifen.

Desweiteren erlauben es die jagdlichen Möglichkeiten nur noch wenigen Jägern, sich für jede Art von Arbeit einen Spezialisten zu halten und diesen jagdlich auch voll auszulasten. Der Beagle hat durch die Änderungen in der Bejagung des Schalenwildes ein neues Betätigungsfeld gefunden, und bietet sich auch durch sein äußeres Erscheinungsbild und sein ruhiges, ausgeglicheneres Wesen als Alternative zu unseren anderen Jagdhunderassen an. Jagdlich liegen seine Vorteile im lauten Jagen, seiner sehr feinen Nase und seinem unbändigen Arbeitswillen.

Der Beagle ist, wenn man seine Grenzen kennt und beachtet, ein kleiner, vielseitiger Jagdgebrauchshund.

           Heiko vom Ammeler Forst                       nach 2 Erfolgreichen Jagdtagen         auf der Niederjagd im Bündnerland 2010

Heiko  vom Ammeler Forst

auf der Niederwild Jagd 2011

Heiko  vom Ammeler Forst

auf der Niederwild Jagd 2012

Inuk vom Ammeler Forst

Auf der Reh Jagd im Urner - Land 2011

Heiko  vom Ammeler Forst

auf der Niederwild Jagd im Oktober 2011

________________________________________________________________________________________________________